Rissmonitoring

Rissmonitoring mit Risssiegeln in Horgen

Ein Risssiegel ist ein Messpunkt über einem bestehenden Riss, geklebt und bei Bedarf zusätzlich verschraubt, gesetzt in x, y und z. Dass der Riss da ist, weiss man vorher. Das Siegel beantwortet, ob er sich bewegt, wie weit und wann.

Leistung
Rissmonitoring
Ort
Horgen
Aufnahme nach
SN 640 312a / VSS 40 312
Direkt
+41 44 521 05 64

In Horgen kommt die eigentlich schwierigere zweite Frage hinzu, ob die Bewegung überhaupt von der Baustelle kommt.

01

Der Hang bewegt sich auch ohne Baustelle

Amtliche Gefahrenkarten sind im Kanton Zürich seit 2017 für jede Gemeinde verfügbar und haben nach kantonaler Darstellung direkte baurechtliche Umsetzung, etwa als Auflagen bei Baugesuchen und Baubewilligungen. Für Horgen wurde die Naturgefahrenkarte zwischen 2016 und 2019 revidiert, gemeinsam mit Wädenswil und im Auftrag der beiden Gemeinden und der Baudirektion des Kantons. Im rund 66 Quadratkilometer grossen Untersuchungsgebiet der beiden Gemeinden wurden 12 aktive Prozessquellen für Rutschungen und Hangmuren ausgewiesen, dazu 14 für Steinschlag.

Das hat eine unbequeme Folge, sobald ein Objekt in einer dieser Zonen liegt. Ein Riss kann sich dort auch ohne Baustelle bewegen, langsam und stetig. Misst man nur zweimal, sieht man am Ende eine Differenz und weiss nicht, woher sie kommt. Genau diese Zuordnung ist aber das, wofür ein Monitoring überhaupt gemacht wird. Welche Parzellen betroffen sind, steht in der Karte, und genau das prüfen wir vor der Offerte.

Risssiegel mit Messraster über einem Riss in einer verputzten Fassade
Umfang

Welche Häuser in Horgen aufgenommen werden

Beobachtet wird nicht die ganze Nachbarschaft, sondern die Liegenschaften im Perimeter, an denen bereits eine Aufnahme vorliegt.

BAUSTELLEKTN 8589KTN 8238KTN 2344N050 m
Beispielplan. Rot eingefärbt sind die Liegenschaften, die aufgenommen werden.
02

Was daraus für das Intervall folgt

Wir prüfen vor Beginn, ob die betroffene Parzelle in einer solchen Zone liegt, und rechnen eine laufende Hangbewegung ins Intervall ein. Das heisst engere Abstände zwischen den Messgängen und eine Nullmessung deutlich vor dem ersten Baueingriff, nicht am Tag davor.

Erst wenn mehrere Ablesungen aus der Zeit vor Baustart vorliegen, lässt sich sagen, mit welcher Rate sich ein Riss ohnehin bewegt. Was während der Bauzeit darüber hinausgeht, ist dann das, worüber man reden muss. Ohne diese Vorlaufmessungen bleibt die Frage offen, und offen heisst im Streitfall zu Lasten dessen, der etwas behauptet.

03

Wie eine Messreihe entsteht

Wir erfassen zuerst Lage, Länge und Breite jedes relevanten Risses und legen die Messpunkte fest. Die Siegel setzen wir entlang aller Achsen, innen geklebt, aussen bei Bedarf verschraubt. Danach folgen die Messgänge im vereinbarten Rhythmus, jeder einzeln protokolliert. Am Ende steht eine Messreihe, aus der sich ablesen lässt, ob und wie stark sich ein Riss bewegt hat. Die Eigentümerschaft binden wir ein, sie kann die Siegel zwischen den Terminen selbst anschauen.

Erschütterungs- und Setzungsmessungen übernehmen Partner, nicht wir selbst. Unser Teil ist die Rissbeobachtung mit Siegeln und die protokollierte Messreihe.

Detail eines verzweigten Risses im Strassenbelag mit Messrad
04

Wo dieses Argument nicht greift

Nicht jedes Horgner Bauvorhaben liegt am Hang. An der Bahnhofstrasse 10 werden seit Anfang 2026 Schinzenhof und Gemeindehaus saniert, Abschluss voraussichtlich Anfang 2028. Das Tragwerk des Schinzenhofs erhält eine Erdbebenertüchtigung, dazu kommen eine erweiterte Sprinkleranlage und ein neuer Fluchtweg. Tragwerkseingriffe verteilen sich über die Bauzeit, statt sich auf eine Woche zu konzentrieren, und das Dorfzentrum ist eng bebaut, die Nachbargebäude stehen dicht.

Im Dorfzentrum entscheidet nicht die Hangbewegung, sondern die Nähe der Nachbarbebauung und die Dauer der Tragwerkseingriffe. Ein Monitoring ist dort von niemandem verlangt. Für solche Lagen schauen wir uns die Ausgangslage separat an, mit anderen Messpunkten als am Hang.

Was wir in Horgen belegen können

Cumprova war bereits bei Projekten in Horgen im Einsatz, 2025 an der Einsiedlerstrasse im Auftrag der Mario Widmer Baubegleitung GmbH. Das Büro steht ohnehin hier, am Schlittenweg 2. Die Erfahrung aus dem Ort fliesst in die Planung neuer Messreihen ein.

Perimeterplan der Beweissicherung an der Einsiedlerstrasse in Horgen, Referenzprojekt von Cumprova für Rissmonitoring in Horgen
Einsiedlerstrasse, Horgen, 2025
Häufige Fragen

Zu Rissmonitoring in Horgen

Wie schnell sind Sie in Horgen vor Ort?

Unser Büro liegt am Schlittenweg in Horgen. Erstaufnahmen und Zwischenkontrollen im Ort lassen sich deshalb meist innerhalb weniger Tage ansetzen.

Was ist ein Risssiegel?

Ein Risssiegel ist ein zweiteiliger Messkörper mit Raster, der über einen Riss gesetzt wird. Verschiebt sich der Untergrund, verschiebt sich das Raster mit und die Bewegung lässt sich in Millimetern ablesen.

Wie oft wird gemessen?

Das richtet sich nach der Bauphase. Üblich sind eine Erstaufnahme, Zwischenkontrollen bei den kritischen Arbeiten und eine Schlusskontrolle nach Bauende.

Bringt Rissmonitoring auch ohne Baustelle etwas?

Ja. Setzungen, Hangdruck oder Temperaturwechsel bewegen ein Gebäude ebenfalls. Eine Messreihe über mehrere Monate zeigt, ob ein Riss aktiv ist oder ruht.

Beschädigen die Siegel die Fassade?

Innen kleben wir die Siegel, das lässt sich rückstandsarm entfernen. Nur wo der Untergrund es verlangt, verschrauben wir zusätzlich, und das stimmen wir vorher mit dem Eigentümer ab.

Anfrage aus Horgen

Sagen Sie uns, wann es losgeht.

Unser Büro ist am Schlittenweg 2 in 8810 Horgen. Für eine Einschätzung brauchen wir die Adresse der Liegenschaft und die geplante Bauzeit nebenan, mit den Etappen, wenn sie schon feststehen. Sagen Sie uns auch, ob die Parzelle am Hang liegt, dann schauen wir zuerst die Gefahrenkarte an. Telefon +41 44 521 05 64, info@cumprova.ch.